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Eine Super-Stute, die Trainer Peter Schiergen ins Schwärmen bringt

Nightflower - charakterstark und schnell

23. Mai 2016

„Guter Charakter und gutes Nervenkostüm - sie hat alles, was ein sehr gutes Pferd braucht!“. Der normalerweise eher zurückhaltende Championtrainer Peter Schiergen gerät fast schon ins Schwärmen, wenn er über den aktuellen Star in seinem Stall Asterblüte auf der Galopprennbahn in Köln-Weidenpesch spricht.

Und sie ist vor allem eines – schnell! Am kommenden Sonntag soll Nightflower all diese Fähigkeiten wieder unter Beweis stellen, zum ersten Mal in dieser Saison. Die vierjährige Stute tritt im Großen Preis der Badischen Wirtschaft auf der Rennbahn Iffezheim an. Das mit einem Preisgeld von 70.000 Euro verbundene Gruppe 2-Rennen über 2.200m ist Höhepunkt des Frühjahrs-Meetings Baden-Baden. Und es ist der zweite Lauf der neuen Rennserie German Racing Champions League.

In die Liga der Champions gehört Nighflower ganz bestimmt. Entgegen ihrem Namen ist sie alles andere als ein Schattengewächs. „Sie ist eine große Stute, wirkt fast wie ein Hengst“, beschreibt Schiergen seinen Schützling. Die deutschen Galoppfans wählten sie zum „Galopper des Jahres 2015“ – eine ganz besondere Auszeichnung, nicht nur für Züchter und Besitzer Jürgen Imm

Der Freiburger Bänker hat eine Vorliebe für die Deckhengste des irischen Vollblut-Imperiums Coolmore. So schickte Imm seine Stute Night Of Magic zu dem irischen Derbysieger Dylan Thomas, der als Vierjähriger vier weitere Gr.1-Rennen gewann – darunter auch den Prix de l’Arc de Triomphe, das wichtigste Galopprennen Europas. Die Mutter Night Of Magic war ebenfalls ein hervorragendes Rennpferd: Sie gewann die Gr.2 Oaks d’Italia und belegte den zweiten Rang im Gr.3 Deutsches St. Leger.

Stehvermögen und Klasse besitzt Nightflower per Abstammung damit reichlich. Ihre Rennkarriere begann dagegen recht unscheinbar mit nur einem Start als Zweijährige auf der Kölner Heimatbahn. Sie wurde Zweite. Auch als Dreijährige musste sie sich erst zwei Mal mit dem Ehrenplatz begnügen, bevor sie im Gr.2 Diana-Trial in Berlin-Hoppegarten erstmals triumphierte. Auf höchster Ebene belegte sie im Stutenderby Preis der Diana und im Großen Preis von Baden dann wieder jeweils Platz Zwei, bis ihr im 53. Preis von Europa auch der erste Gr.1-Treffer gelang. 

Noch größere Weihen blieben Nightflower dann Ende November im millionenschweren und prestigereichen Japan-Cup vor rund 100.000 Zuschauern in Tokio unglücklich versagt – sie scheiterte am Rennverlauf. Platz Elf klingt wenig berauschend, doch das wird ihrer Leistung nicht gerecht. „Sie hat einfach Pech gehabt“, sagt Schiergen. Im entscheidenden Moment des Rennens fand Reiter Andrasch Starke kein Durchkommen, die Stute blieb deutlich unter Wert geschlagen. 

„Die Pause hat ihr gut getan, sie ist bestens über den Winter gekommen“, beschreibt Schiergen den aktuellen Zustand. „Sie ist sicher noch nicht 100 Prozent, aber sie macht einen guten Eindruck.“ Der Große Preis der Badischen Wirtschaft soll „Aufgalopp für größere Aufgaben“ sein. Dazu zählen natürlich die Toprennen der German Racing Champions League, aber auch mögliche Auslandsstarts. „Die haben wir für die zweite Jahreshälfte eingeplant“, so der Trainer. „Wir gehen davon aus, dass sie sich weiter steigern kann und dass ihr Selbstbewusstsein über Winter noch gewachsen ist.“
Nightflower besitzt beispielsweise eine Nennung für den Arc in Paris. Jenes Rennen, das 2011 die von Schiergen betreute Ausnahmestute Danedream gewann. Wie vergleichen sich die beiden? „Nightflower ist ziemlich genau das Gegenteil von Danedream“, erläutert Schiergen. „Die war klein und unscheinbar mit einem ganz schnellen Antritt, während Nightflower eine imposante Stute mit einer raumgreifenden Galoppade ist.“ Wohl dem, der solche Spitzenpferde trainieren darf.
 

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