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Und er hat nur diese eine Chance - denn das Deutsche Derby ist nur für dreijährige Pferde zulässig

Boscaccio will den höchsten Gipfel erklimmen

Hamburg 6. Juli 2016

Im Sattel hat Peter Schiergen so ziemlich alles gewonnen: 1.451 Siege sprechen eine deutliche Sprache. Einmal gelangen ihm in einer Saison heute unvorstellbare 273 Treffer – Europarekord. Doch ein Triumph blieb dem Jockey Schiergen versagt: Der Erfolg im Deutschen Derby. Jetzt schickt sich sein Sohn Dennis, der Älteste von drei Brüdern, an, dieses Familienkapitel gerade zu rücken. Denn Dennis Schiergen, der in zwei Wochen seine mündliche Prüfung an der Fresenius Hochschule in Köln im Studienfach mit dem sperrigen Titel „Angewandte Medien mit Schwerpunkt Sport-Medien und Event-Management“ ablegt, reitet am Sonntag den Derbyfavoriten Boscaccio.

Von Nervosität oder Aufregung ist beim gemeinsamen Telefonat sechs Tage vor dem „Rennen der Rennen“, dem IDEE 147. Deutsches Derby, nichts zu spüren. „Es gibt Schlimmeres, als der große Derby-Favorit zu sein.“ Dennis klingt entspannt und zuversichtlich. Daran hat auch die prominente Nachmeldung des in Irland gezogenen Hengstes mit den deutschen Wurzeln, Landofhopeandglory, nichts geändert: „Ich denke, Landofhopandglory muss sich sehr steigern, um uns zu schlagen. Die deutschen Pferde brauchen sich nicht zu verstecken.“ 

Die Statistik unterstreicht diese Haltung: Seit das Rennen 1994 auch für im Ausland trainierte Vollblüter geöffnet wurde, hat nur einer das Derby gewonnen: Buzzword im Jahr 2010. Allerdings ist der irische Trainer Aidan O’Brien, der Landofhopeandglory betreut, weltweit erfolgreich und stellte im Mai mit Knife Edge schon den Sieger im klassischen Mehl-Mülhens-Rennen. 

Für den 21-jährigen Schiergen, der im Juni 2010 mit Nicety sein erstes Vollblutrennen gewann und drei Mal in Folge Amateurchampion wurde, ist es erst der zweite Derby-Ritt überhaupt. Er hat aber schon ein Gruppe 1-Rennen gewonnen: Den Großen Preis von Berlin 2013 mit Nymphea. Zudem bekommt er Tipps von prominenter Seite: „Mr. Derby“, der leider verletzte Andrasch Starke, der in Hamburg schon sieben Mal triumphierte, ist ein Vorbild für Dennis. „Von Andrasch habe ich viel gelernt. Für das Derby hat er mir geraten, vor allem ruhig zu bleiben und zu überlegen, welche Spur ich wähle.“ 

Bei 19 Pferden ist die Spurwahl nicht gerade eine leichte Aufgabe, aber Boscaccio scheint für alle Eventualitäten bestens gerüstet. Er hat von vorne gehend gewonnen und zuletzt auch von hinten kommend. Dass ein junger Student einen Derbyfavoriten reitet, ist ungewöhnlich genug. Dass dieser Hengst dann aber auch noch aus einem eher kleinen Stall kommt, dürfte die Zahl der Daumendrücker deutlich erhöhen. Denn Christian Sprengel betreut auf der Neuen Bult bei Hannover gerade mal 15 Pferde. 

Für Sprengel zeichnete sich früh ab, was für ein Juwel er da vor sich hatte: „Mir gefiel sein Phlegma, seine Lockerheit“, sagte der 59-Jährige in „Galopp Intern“. Für Sprengel ist es erst der dritte Derbystart und er wird am Sonntag an den Boxen dabei sein: „Das mache ich zur Beruhigung und für das Vertrauen“ – vermutlich von Mensch und Tier. 

Boscaccio-Mitbesitzer Rainer Hupe hat früher in Dortmund bei Norbert Sauer trainieren lassen. Nach dessen plötzlichen Tod im vergangenen Jahr kam er auf den manchmal als knurrig geltenden Sprengel. Hupe hält mit seiner Frau 70 Prozent des Pferdes, drei befreundete Ehepaare den Rest. „Es ist ein Traum, ein solches Pferd zu haben“, sagt Hupe. Der von der Stiftung Gestüt Fährhof gezüchtete Boscaccio ist im Übrigen nach einem Berg in den Alpen benannt. „Der Vater heißt Mount Nelson, dessen Vater Rock Of Gibraltar ist. Da wollte ich in der Bergwelt bleiben.“

Nun gilt es den höchsten Gipfel zu erklimmen: Das mit einem Siegpreis von 390.000 Euro dotierte Deutsche Derby, das auch der vierte Teil der neuen Rennserie German Racing Champions League ist. Teil drei, das Oppenheim-Union-Rennen, gewann Boscaccio bereits. Eine besondere Reitorder will Sprengel seinem jungen Jockey erneut nicht geben: „Seine Reaktion in der wichtigen Phase in der Union war brillant. Dennis hat von seinem Vater viel gelernt, das spürt man.“ Der hat das Derby inzwischen schon fünf Mal gewonnen – als Trainer. Am Sonntag hat er selbst drei Starter, Bora Rock, Landrin und Nimrod, den der zweitälteste Sohn Vinzenz reitet. Aber ein Auge wird sicher auf Boscaccio gerichtet sein.
 

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