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Der Melbourne Cup-Gewinner Protectionist startet am Sonntag im Longines Großer Preis von Berlin, dem 7. Lauf der German Racing Champions League

Bauen Wöhler und Pedroza ihre Führung aus?

Berlin-Hoppegarten 10. August 2016

Andreas Wöhler hat das, was man wohl einen Lauf nennt: Nur vier Wochen nach dem Triumph im IDEE Deutsches Derby mit Isfahan hat der Trainer auf Ravensberg bei Gütersloh auch den Henkel Preis der Diana, kurz Stuten-Derby genannt, mit Serienholde gewonnen. Ein seltenes Double in den lukrativsten Rennen des Jahres, das zuletzt Peter Schiergen 2008 mit Kamsin und Rosenreihe gelang. Kuriose Note am Rande: Sowohl Serienholde als auch Rosenreihe liefen in den Farben des Gestüt Wittekindshof.

Die beiden wichtigsten Dreijährigen-Prüfungen des Jahres sind natürlich Teil der German Racing Champions League. Nach sechs der insgesamt elf Rennen umfassenden Serie liegt Wöhler mit 30 Punkten klar an der Spitze, denn mit dem Derby-Vierten Wai Key Star und dem Dritten aus dem Großen Dallmayr-Preis, Potemkin, punktete der 54-Jährige zusätzlich. Am kommenden Sonntag kann er in Hoppegarten im 126. Longines Großer Preis von Berlin seinen Vorsprung weiter ausbauen. Denn Wöhler sattelt mit Protectionist den Favoriten. 

Der sechsjährige Hengst belegt wie kaum ein anderes Pferd die Fähigkeiten Wöhlers, Geduld zu beweisen, die Tiere langsam und gezielt aufzubauen, dass sie Spitzenleistungen abrufen können. Denn die Erfolgsgeschichte von Protectionist, gezüchtet vom Kölner Dr. Christoph Berglar, ist alles andere als gradlinig verlaufen. Zweimal war der Sohn des einflussreichsten deutschen Deckhengstes der jüngeren Vergangenheit, Monsun, in seinem jungen Leben schwer verletzt. Als Zweijähriger erlitt er eine Unterschenkel-Fissur, die ihn monatelang zurückwarf. Kaum zurück auf der Rennbahn, beendete ein Zusammenstoß im Training alle Derby-Hoffnungen: Griffelbeinbruch. 

Im Frühjahr 2014 dann das zweite Comeback mit vier Jahren. Zwei zweiten Plätzen folgten dann zwei Siege auf Gruppe 2-Niveau, bevor der ganz große Coup gelang: Als erstes deutsches Pferd triumphierte Protectionist im berühmten Melbourne Cup - „the race that stops the nation“ mit einer Siegprämie von mehr als 2,3 Millionen Euro. Laut Augenzeugenberichten hüpfte Wöhler vor lauter Freude wie ein Gummiball auf und ab. Es war einer der größten Erfolge in einer Trainerkarriere, die 1985 begann – wegen des viel zu frühen Tods des Vaters Adolf Wöhler, dessen Bremer Rennstall er übernahm. Später kam der Umzug nach Ravensberg und mit ihm viele große Siege: Lomitas, Silvano, Paolini, Novellist und die Derbysieger Pik König, Belenus und Waldpark, um nur einige zu nennen. 2015 wurde Wöhler zum dritten Mal deutscher Championtrainer – gemeinsam mit Peter Schiergen

Für Protectionist dagegen bedeutete 2015 ein verlorenes Jahr. Er hatte inzwischen den Besitzer gewechselt - von Berglar zu Australian Bloodstock - und war in Australien am von Kris Lees geblieben. Doch bei acht Starts sprang nicht mehr als ein fünfter Rang heraus. Die Besitzer reagierten und schickten den Hengst im November zurück nach Deutschland in die Obhut von Wöhler. Der schaffte auch ein drittes Comeback: Zwei Siege, darunter nach 2014 der erneute Erfolg im Gr.2 Hansa-Preis, stehen bis jetzt zu Buche. Nun scheint Protectionist bereit, erstmals auch auf höchster Ebene zu punkten: Ein Gr.1-Sieg fehlt noch, denn der Melbourne Cup ist trotz seiner reichen Börse „nur“ ein Handicap. 

Das hat Nightflower ihrem männlichen Konkurrenten voraus. Sie gewann im Vorjahr den Preis von Europa und wurde dank ihrer starken Gesamtleistung zum „Galopper des Jahres“ gewählt. Doch bei der nun vierjährigen Stute ist in diesem Jahr der Knoten noch nicht geplatzt. Einem enttäuschenden Debüt in Baden-Baden folgte ein vierter Rang in England in einem Gr.2-Rennen. Doch wenn Nightflower ihre alte Form findet, dann ist sie brandgefährlich und könnte ihren Trainer Peter Schiergen in der Champions League-Wertung an Wöhler heranführen. Derzeit liegt er 17 Punkte hinter dem Kollegen. 

Nightflower wird vom achtfachen deutschen Meister Andrasch Starke (12 Punkte in der GRCL-Jockey-Wertung) geritten. Am Sonntag musste er sich im Preis der Diana auf Sarandia hinter Eduardo Pedroza (Serienholde) mit dem zweiten Rang begnügen. Der Sieg brachte den Mann aus Panama, der seit 1995 in Deutschland und vor allem für Andreas Wöhler reitet, auf 20 Punkte. Vier Mal in Folge - von 2007 bis 2010 - wurde Pedroza deutscher Championjockey. Der Gewinn der German Racing Champions League wäre ein weiterer großer Erfolg für den 42-Jährigen.
 

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