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Wer sind die Champions der neugeschaffenen Meisterschaftsserie?

Finale in der Champions League

München 27. Oktober 2016

Kleiner Mann ganz groß? So könnte es am Dienstag (1. November) nach dem Pastorius-Großen Preis von Bayern heißen – dem Abschluss einer aufregenden ersten German Racing Champions League (GRCL).

Die neu geschaffene Rennserie begann am 8. Mai mit dem Gerling Preis und dem erwarteten Sieger Ito. Der Schlenderhaner schien der ausgemachte Favorit für die Serie, hätte er sie doch bereits im vergangenen Jahr gewonnen. Doch Rennpferde sind keine Formel Eins-Wagen, und Ito zeigte im Laufe der Saison einige Schwächen, die erst durch einen starken Auftritt in Frankreich im Gruppe 2- Prix de Foy wieder zurecht rückte. Ito hat wegen eines Sehnenschadens seine Rennkarriere danach beendet, er wird als Deckhengst aufgestellt. 

Seinen Platz im Rampenlicht übernahm unterdessen ein weiterer Adlerflug-Nachkomme – der vierjährige Iquitos. Wegen seiner eher bescheidenden Körpergröße hat er am Stall von Hans-Jürgen Gröschel den Spitznahmen „Krümel“, doch sein Kämpferherz ist so groß wie seine Leistungen. „Speed, also die Fähigkeit in jeder Phase zu beschleunigen, ist das herausragende Merkmal von Iquitos“, schrieb Chef-Handicapper Harald Siemen in seinem lesenswerten Blog auf der German Racing Seite-Website nach dem Erfolg des vierjährigen Hengstes im Longines Großer Preis von Baden. Ein Rennen auf Warten geritten, vom letzten Platz aus zu gewinnen, das sei die klassische und eindrucksvollste Form des Speeds. „Genau diesen klassischen Typ verkörpert Iquitos in Reinkultur“, so Siemen weiter. Iquitos gewann mit dieser Taktik die beiden Grand Prix-Rennen in Baden im Frühjahr (über 2.200m) und Sommer (2.400m), war Vierter im Großen Dallmayr-Preis (2.000m) und Fünfter im Preis von Europa (2.400m). So sammelte er 23 GRCL-Punkte. 

Er liegt damit knapp in Führung vor Nightflower (22), die zuletzt in Köln gewann und zuvor jeweils Zweite in Baden (hinter Iquitos) und Berlin (Protektionist) war. Zum erneuten direkten Duell wird es nicht kommen, da Peter Schiergen die Stute für den Japan Cup vorbereiten will. Das millionenschwere Rennen in Tokio Ende November soll allerdings auch der Schlusspunkt einer grandiosen Saison für Iquitos werden. „Die Pause bis dahin ist mir zu lang für ihn“, betont Trainer Gröschel. „Er ist ja keiner, der viel in der Arbeit zeigt. Er hat schon leichte Anzeichen für ein Winterfell, aber er ist noch gut in Form. Es wäre toll, wenn er die Champions League gewinnen würde, aber wir gehen ganz entspannt in die Aufgabe.“ 

Schärfster Konkurrent wird vermutlich Protectionist, der dank dem Gewinn des Großen Preis von Berlin auch noch Chancen auf den Gesamtsieg hat. Denn in München gibt es für einen Erfolg 15 Punkte und so käme der Schützling von Andreas Wöhler auf 25 Zähler. Im Großen Hansa Preis (Gr.2) in Hamburg, der nicht zur GRCL zählte, haben sich die beiden schon einmal gemessen. Da hatte der sechsjährige Monsun-Sohn klar die Oberhand. Viel wird vom Geläuf und Tempo abhängen – Iquitos mag es weich und schnell. Auf Tempo hofft man auch im Lager von Sirius, dessen Formkurve nach dem zweiten Rang im Gerling Preis aber noch unten ging. Der fünfjährige Hengst ist der letzte Gr.1-Starter in Deutschland in der langen Karriere von Andreas Löwe. Passenderweise sitzt Andreas Suborics im Sattel, der im kommenden Jahr den Stall von Löwe übernehmen wird. „Ich werde ein stiller Berater sein“, hat der 74-Jährige angekündigt. Sollte Sirius gewinnen, dürfte es in München aber noch einmal so richtig laut werden.  

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