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Champions League: Imponierender Sieg im Großen Dallmayr-Preis

Deutscher Star-Galopper Iquitos ist auch der „Champion“ in München

München 30. Juli 2017

Iquitos, der „Galopper des Jahres 2016“ und erste Gewinner der German Racing Champions League eroberte vor 16.500 Zuschauern am Sonntag auch München: Im Großen Dallmayr-Preis (Gruppe I, 155.000 Euro, 2.000 m), einem der beiden absoluten Highlights der Turf-Saison auf der Galopprennbahn der Bayern-Metropole und einem Lauf der elf Rennen umfassenden Top-Rennserie, bewies der von Altmeister Hans-Jürgen Gröschel (74) in Hannover trainierte fünfjährige Adlerflug-Sohn unter dem Italiener Daniele Porcu seine außergewöhnliche Klasse. Nach dem vierten Rang im Vorjahr stürmte Iquitos, der den Golffreunden des Stalles Mulligan gehört, zur Quote von 69:10 nun auch hier der Konkurrenz mit einem gewaltigen Endspurt davon.

Von einem der letzten Plätze mogelte sich Iquitos, der bei seinem 16. Start den sechsten Sieg schaffte und mit der Prämie von 100.000 Euro seine Gewinnsumme auf 382.250 Euro katapultierte, auf der Zielgeraden durch das Feld. Als der im Besitz von Dubai-Herrscher Scheich Mohammed stehende Best Solution an der Außenseite schon einen Vorteil herausgearbeitet hatte, trumpfte Iquitos mächtig auf und kam ausgesprochen leicht und in der Manier eines wahren Klassepferdes mit anderthalb Längen Vorsprung zu diesem bedeutenden Erfolg.

Jockey Daniele Porcu, der den Crack zum ersten Mal steuerte und seinen zweiten Gruppe I-Sieg schaffte, in einem ersten Statement gegenüber German Racing: „Es gab gutes Tempo, da passte alles. So ein gutes Pferd wie Iquitos hatte ich noch nie geritten.“

Trainer Hans-Jürgen Gröschel war natürlich ebenfalls begeistert von der Leistung seines Ausnahmekönners: „Ihm kam die schnelle Pace sehr entgegen. Ich hatte etwas Bedenken, da Andrasch Starke, der ihn kennt, mit Enjoy Vijay immer an seiner Seite ging. Aber Daniele Porcu, zu dem ich ein sehr herzliches Verhältnis habe, hat einen perfekten Ritt hingelegt. Er hat sich zunächst aus allem herausgehalten und kam auch auf der Zielgeraden nicht zu früh nach vorne. Er hat die Order genau umgesetzt. Nun steuern wir die Titelverteidigung im Großen Preis von Baden an, anschließend ist der Arc das Ziel. Wir wollen uns mit der Spitze messen. Von seiner Augenverletzung hat sich Iquitos wieder bestens erholt, wie man gesehen hat.“ Man darf sich also auf den nächsten Auftritt von Iquitos, dem hiesigen Galopper-Star, in der Champions League in Baden-Baden freuen.

Lange schien Best Solution für einen Gäste-Sieg sorgen zu können. „Wir hatten einen guten Rennverlauf, aber der Boden war schon etwas zu abgetrocknet. Nur ein sehr gutes Pferd hat uns geschlagen“, versicherte der französische Top-Jockey Gerald Mosse.

Potemkin, im Besitz von Fußball-Manager Klaus Allofs und der Stiftung Gestüt Fährhof, lief als Dritter stark, hatte aber auch Pech. „Leider ist bei ihm der Sattel gerutscht. Dafür war die Form wirklich gut.  Wir haben nun ein ähnliches Programm wie im vergangenen Jahr geplant, also Baden-Baden im Gruppe III-Rennen und dann den Prix Dollar in Chantilly“, signalisierte Racing Manager Simon Stokes.

Der Derby-Zweite Enjoy Vijay hielt sich als Vierter auf vielleicht nicht mehr ganz passendem Boden ansprechend und machte von hinten noch viel Boden gut. „Das war eine gute Leistung, er kam immer besser in Tritt“, sagte sein Trainer Peter Schiergen. Auch Noor Al Hawa blieb als Fünfter gut dabei. während Prize Money und Wild Chief sich nicht steigern konnten. Air Ailot, Boscaccio und Palace Prince waren anfangs die Protagonisten, hatten aber früh keine Reserven mehr, was auch für Parviz gilt.

Hochspannung in der Champions League-Gesamtwertung

Hochspannend wird in der Champions League nun die Gesamtwertung. Denn Iquitos hat mit 16 Punkten zu Derby-Sieger Windstoß aufgeschlossen. Auch Enjoy Vijay besitzt mit 8 Punkte weiterhin sehr gute Chancen. Andrasch Starke führt mit 24 Punkten die Jockey-Wertung deutlich an, bei den Trainern ist Hans-Jürgen Gröschel (16 Punkte) nun Zweiter hinter Markus Klug (50 Punkte).

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Mit der erwarteten weiteren Steigerung wartete Stall Ullmanns in der einleitenden Dreijährigen-Prüfung über 1.600 Meter auf. Denn zum zweiten Mal in Folge siegte der Invincible Spirit-Sohn als 16:10-Favorit auf dieser Bahn, mit starken Reserven gegen den sehr lange dagegenhaltenden Edwin. Filip Minarik motivierte Spirited am Ende noch einmal so richtig. „Da die Ziele im Frühjahr nicht zu erreichen waren, hat er länger pausiert. Nun haben wir keinen Druck und gehen Schritt für Schritt mit ihm vor.“ Tigers Palarina schob sich auf den dritten Rang.

Auch eine halbe Stunde später trumpfte mit dem zweijährigen Hengst Alunak (55:10) ein Pferd aus dem Stall von Jean-Pierre Carvalho in einem 1.400 Meter-Rennen auf. Es sah versprechend aus, welchen Speed der Camelot-Sohn (erster Sieg eines Nachkommen des Englischen und irish Derby-siegers in Deutschland) unter Michael Cadeddu gegen die stets führende Whaling Story entfachte, die den Ehrenrang ganz zuletzt noch knapp gegen den besser anpackenden Poldi’s Liebling entwickelte. „Er ist kein Sprinter, die Distanz war das untere Limit für ihn, aber um diese Jahreszeit gibt es nichts anderes. Das Zukunftsrennen in Baden-Baden ist nun ein mögliches Ziel“, erklärte Carvalho.

Erstaunlich und bemerkenswert ist die Verbesserung von My Mate. Der in den Niederlanden von Besitzertrainer-Champion Lucien van der Meulen vorbereitete Wallach gewann mit dem Ausgleich II über 1.400 Meter sein drittes Rennen in Folge. Start-Ziel entlockte Robin Weber der 88:10-Chance immer neue Energie, um den Favoriten Glad Libero sowie die spät auf Touren kommende Be Sweet abzuhalten. „Das war mein erster Ritt und mein erster Sieg in München. My Mate ist eine echte Kämpfernatur“, versicherte der junge Reiter.

Selbst ein Geburtstagsgeschenk machte sich Jockey Eduardo Pedroza an seinem 43. Wiegenfest in einer 2.200 Meter-Prüfung mit dem von Andreas Wöhler aufgebotenen Ebbesloher Ilwendo (42:10), der mit tollem Endspurt noch den schon in Sicherheit geglaubten Naledi sowie den unterwegs mit Vorsprung führenden Oriental Eagle überlief.

60 Jahre wurde er vor kurzem, doch man sieht ihm sein Alter überhaupt nicht an, und er ist so fit wie eh und je. Altmeister Kevin Woodburn führte in einem 2.200 Meter-Ausgleich II die von Karoly Kerekes trainierte fünfjährige Stute Arlington Girl (60:10) zum vierten Saisontreffer. Vom allerletzten Platz war die groß verbesserte Linngari-Tochter nicht mehr zu halten und ließ Attilio sowie Grants Pass stehen. „Sie hat heute unterwegs viel gepullt, geht aber immer von letzter Stelle“, kommentierte Woodburn. Der Favorit Indian Eagle, im Besitz mehrerer Fußballstars, konnte sich diesmal früh nicht mehr bemerkbar machen.

Für eine gewaltige Überraschung sorgte die Ammerländerin Densy (208:10, F. Minarik) in einem 2.000 Meter-Ausgleich III, als die Stute mit großem Speedwirbel noch Waikiki und Winoso abfing.

Auch der junge Italiener Marco Casamento landete hier einen Sieger an diesem Nachmittag – mit dem von Sarah Steinberg so gut verbesserten 28:10-Favoriten Direct Drive vor Key to Magic, Doris und Madrugada. Die Viererwette bezahlte 34.227:10 Euro.

Im abschließenden 2.200 Meter-Ausgleich IV holte sich die von Werner Glanz aufgebotene Stute Forever (59:10) mit Nicol Polli noch einen hauchdünnen Erfolg gegen Antonia Bella und Koreen.


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