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„Die Entscheidung für Dschingis Secret ist mir leicht gefallen“

Champions League in Berlin: Adrie de Vries auf Dschingis Secret

Berlin-Hoppegarten 9. August 2017

Der amtierende Champion Markus Klug ist auf dem besten Weg, einen weiteren Titel in seiner noch jungen Trainerkarriere einzuheimsen: Nach sechs der insgesamt elf Läufe der German Racing Champions League hat er einen beachtlichen Vorsprung vor seinen Kollegen Peter Schiergen und dem Vorjahressieger Andreas Wöhler. Am Sonntag im 127. Longines Großer Preis von Berlin wird er ihn weiter ausbauen. Gleich drei Starter bringt Klug an den Ablauf, während seine Rivalen nicht vertreten sind.

Dem ersten Mann am Klug-Stall auf dem Gestüt Röttgen in Heumar bei Köln hat die Wahl, welcher Ritt der aussichtsreichste ist, kaum Kopfschmerzen bereitet. „Die Entscheidung für Dschingis Secret ist mir leicht gefallen“, sagt Adrie de Vries. „“Er hat den Gerling-Preis und den Hansa –Preis überlegen gewonnen und nur in Baden-Baden enttäuscht. Er scheint mir stärker als unsere Dreijährigen Colomano und Shanjo.“ 

Für den vor kurzem 47 Jahre alt gewordenen Holländer war die Saison in Deutschland bislang eine zum Vergessen. Er musste wegen diverser Verletzungen immer wieder pausieren. Besonders ärgerlich war der Sturz Anfang Juni beim Derby-Trial in Hannover auf Windstoß. Der Hengst überstand den Fall weitgehend unbeschadet, lief eine Woche später in der Union auf den zweiten Rang und gewann Anfang Juli dann das Deutsche Derby – jeweils mit Maxim Pecheur im Sattel. Denn de Vries musste bis Ende Juli wegen einer Fingerverletzung pausieren. 

„Es war langwieriger als erhofft“, so der Jockey. Windstoß wäre sein Derbyritt gewesen, sagt de Vries. „Windstoß war immer mein Mummpferd. Er hätte in Hannover ohne den Sturz auch das Derby-Trial gewonnen.“ Das Derby fehlt in der langen Erfolgsliste des Jockeys noch, der in seiner Karriere bereits mehr als 1.700 Rennen gewonnen hat. 

Mit 15 Jahren machte de Vries eine Ausbildung in den Niederlanden bei Mets Snackers. In seinem Heimatland wurde er 13 Mal Championjockey. Diesen Titel holte er sich 2014 mit 99 Erfolgen auch in Deutschland. Da gehörte er auch hierzulande schon lange zur Spitze seiner Zunft. Ein Pferd ist für seinen internationalen Durchbruch besonders verantwortlich Lucky Strike. Auf ihm gewann er 2003 in Longchamp sein erstes Gruppe-Rennen. Acht Gruppe- und 5 Listenrennen holte der Ausnahmesprinter, meist mit de Vries im Sattel. Er folgte Lucky Strike auch nach Deutschland, als der Wallach 2003 zu Andreas Trybuhl nach Köln wechselte. Seit zwei Jahren ist de Vries am Stall von Markus Klug beschäftigt, zwischenzeitlich war er auch Privatjockey für Schlenderhan und Baron von Ullmann. 

In den Ullmann-Farben gelang ihm mit Getaway im Großen Preis von Baden 2009 auch der erste von bislang vier Gruppe 1-Siegen in Deutschland. Und wie sehen die Zukunftspläne von de Vries aus? „Über den Winter reite ich wieder in Dubai – ich mache das jetzt schon seit gut zehn Jahren. Wie lange ich insgesamt noch reiten werde, weiß ich nicht. Ich schaue von Jahr zu Jahr, aber weit über die 50 hinaus will ich nicht mehr im Sattel sitzen.“

Von Peter Mühlfeit

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