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Europa-Chance für die Dreijährigen

Fünf im Champions-Kampf

Köln 22. September 2017

Im Vorjahr hat ein kleines Pferd mit großem Kämpferherz ein Stück deutscher Galoppgeschichte geschrieben: Der dann vierjährige Hengst Iquitos, benannt nach einer Stadt im peruanischen Teil des Amazonas, gewann als Erster die neu geschaffene Rennserie German Racing Champions League, die elf der wichtigsten Galopp-Prüfungen umfasst. Das Publikum wählte „Krümel“, wie der Iquitos in seinem Stall in Hannover-Langenhagen liebevoll genannt wird, noch zum „Galopper des Jahres“.

Für seinen Trainer Hans-Jürgen Gröschel ist der Hengst ein spätes Geschenk in seiner langen Karriere, das hat Iquitos auch in dieser Saison mehrfach bewiesen. Er gewann den Gruppe 1 Großen Dallmayr-Preis und war bei den beiden Baden-Badener Grand Prix-Rennen, die er 2016 gewann, jeweils Zweiter. Mit 22 Punkten liegt er deshalb aktuell in der Champions League vorne, wenn auch nur knapp und eine Handvoll Pferde hat noch Chancen, den Titel zu erringen.

Die ersten Drei in der Gesamtwertung lassen den nächsten Wertungslauf, den Preis von Europa (Gr.1) am Sonntag in Köln, allerdings aus – die Motive dafür sind dabei höchst unterschiedlich: „Wir wollen uns mit den Besten messen, in Deutschland muss er nichts mehr beweisen“, sagt Gröschel über den Plan, mit Iquitos nach Chantilly im Prix de l’Arc de Triomphe am ersten Oktober zu gehen. Frankreich ist auch das Ziel von Dschingis Secret, der dort sogar zu den Mitfavoriten zählt. 

Im Gegensatz zu Iquitos ist das GRCL-Finale am 1. November in München aber keine Option für den von Markus Klug trainierten Hengst. Denn der mehrfache Gruppe-Sieger in diesem Jahr mag es nicht, wenn es links herum um die Kurven geht – wie das in Iffezheim und eben Riem der Fall ist. Für den fünfjährigen Guignol sind dagegen gerade diese Linksbahnen nach seinem Geschmack: In Baden schlug er so zwei Mal Iquitos und im Vorjahr gewann er von der Spitze aus als großer Außenseiter den Großen Preis von Bayern. Mit 20 Punkten liegt der von Jean-Pierre Carvalho trainierte Hengst in Lauerstellung auf den Titel, zumal es beim Finale 15 statt der üblichen 10 Punkte für den Sieger gibt.

Aber womöglich triumphiert am Ende ja ein Vertreter des Derbyjahrgangs: Denn sowohl Derbysieger Windstoß als auch Colomano, der die wichtigste Derbyvorprüfung - das Union-Rennen (Gr.2) - holte, können ihr Punktekonto am Sonntag in Köln anheben. Windstoß hat aktuell 18, Colomano 16 Zähler. „Zwischen den beiden liegt nicht viel“, sagt ihr Trainer Klug. Das zeigte sich auch zuletzt beim Großen Preis von Baden, als Colomano vor Windstoß als Dritter hinter Guignol und Iquitos ins Ziel kam. Ob die Dreijährigen nach einer langen Saison allerdings noch frisch genug sind, um beim Münchner Finale anzutreten, muss sich weisen. Die Frage nach dem neuen Champion bleibt jedenfalls spannend. 

Text von Peter Mühlfeit 

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