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Axel Kleinkorres gewinnt Champions League-Rennen

Keiner der „üblichen Verdächtigen“

Berlin-Hoppegarten 4. Oktober 2017

Weder Markus Klug, Peter Schiergen noch Andreas Wöhler, aber Axel Kleinkorres: Keiner der „üblichen Verdächtigen“ hat den zehnten und damit vorletzten Lauf der German Racing Champions League, den Preis der Deutschen Einheit, gewonnen.

Sondern ein „kleiner“ Stall, einer der normalerweise in den sportlich wichtigen Rennen des Landes zuschauen muss. Doch mit Matchwinner hat Kleinkorres einen eben solchen im Stall - ein Pferd, das seinem Namen alle Ehre macht. Besitzer ist der aus dem Trabrennsport stammende Jens Schwarma, der im Sulky 500 Siege einfuhr. Auch Kleinkorres hat enge Verbindungen zu den Trabern, sammelte 400 Erfolge als Fahrer ein. Seine sportliche Heimat war für den gebürtigen Dinslakener lange Jahre Berlin-Mariendorf statt Berlin-Hoppegarten. Nach 20 Jahren im Trainerlager wechselte Kleinkorres jedoch das Metier, wollte lieber Galopper trainieren. Als Assistent von Werner Baltromei und Hans Walter Hiller lernte er das Handwerk, bevor er 2001 die Trainerprüfung ablegte und im April des Jahres dann in Gotha seinen ersten Starter und Sieger sattelte: Die Stute Wimada. Nach den Anfängen in Mülheim hat er seit 2004 seinen Stall in Neuss, 29 Pferde stehen aktuell dort. Mit Sorge verfolgt er die Diskussion um die Zukunft der Rennbahn dort, möchte in Neuss bleiben: „Die Trainingsbedingungen sind bestens.“ Auf seiner Homepage steht sein Credo: „Man muss seinen Beruf lieben, um erfolgreich zu sein.“ Und Erfolg hat er, rund 350 Galoppsiege schlagen bislang zu Buche. In dieser Saison liegt die Quote von Siegen zu Startern bei starken 17,8 Prozent, mit fast 170.000 Euro Preisgeld steht er kurz davor, seine beste Saison seit 2002 zu erreichen. „Mein Ziel ist es, Pferde lange gesund und leistungsfähig zu halten, damit Pferd und Besitzer den Spaß am Sport behalten.“ Matchwinner ist das beste Beispiel. Erst als Vierjähriger kam der vom Gestüt Görlsdorf gezüchtete Sternkönig-Sohn auf die Rennbahn. In München gewann er gleich sein erstes Rennen über seine Idealdistanz von 2.000m. Drei weitere Siege in Ausgleich III und II-Prüfungen folgten. Als Fünfjähriger rückte er noch eine Kategorie nach oben, holte sich die Tophandicaps in Hamburg und Hoppegarten. Ende des Jahres kamen dann die ersten Versuche auf Gruppe-Niveau, allerdings ohne Erfolg. Das sah in dieser Saison gleich besser aus: Einem vierten Rang in einem Gr.3 in Saint-Cloud folgte der Triumph im Sparkassen Holsten Cup, Gr.3 in Hamburg. Dort fand er den passenden weichen Boden, der in Baden-Baden im Preis der Sparkassen Finanzgruppe fehlte. In Hoppegarten gab es wieder durchlässiges Geläuf und Matchwinner war der leichte Sieger über Navaro Girl (Peter Schiergen). Die Gewinner der beiden vorangegangenen Jahre, Potemkin (Wöhler) und Devastar (Klug), belegten nur die Plätze vier und fünf. In der German Racing Champions League kommen auch die „Kleinen“ gelegentlich zum Zug. Einfluss auf die Gesamtwertung hatte der Saisonhöhepunkt in Hoppegarten aber keinen: Bei den Trainern liegt Markus Klug uneinholbar vorne, bei den Jockeys hat Andrasch Starke weiter einen großen Vorsprung und bei den Pferden dominieren die Steher: Windstoß vor Iquitos, Dschingis Secret, Guignol und Colomano. Hier muss der Große Preis von Bayern am 1. November die Entscheidung bringen – in einem Finale, das einer Champions League würdig ist.

Von Peter Mühlfeit
 

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