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Murzabayev-Power entscheidet das Hoppegarten-Highlight

Auenwolf kämpft wie ein Löwe

Berlin-Hoppegarten 14. September 2019

Sein Name ist Auenwolf, doch er kämpfte wie ein Löwe: Mit einer unbändigen Willenskraft gewann der von Dr. Andreas Bolte in Lengerich für Walter Kohler trainierte fünfjährige Wallach das Hauptrennen beim bestens besuchten Brandenburg-Renntag am Samstag auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten.

In diesem mit 22.500 Euro dotierten Ausgleich I über 1.800 Meter ließ sich Auenwolf als 3,6:1-Mitfavorit bis in die Zielgerade hinein in einer sehr flott gelaufenen Prüfung von Khamry ziehen, um bald selbst die Führung zu übernehmen. Doch die Gegner kamen von allen Seiten. Der Favorit Alinaro ging lange sehr versprechend, dann flog außen Hout Bay heran, kam immer näher.

Aber Auenwolf zog noch einmal mächtig an, unter den erstklassigen Hilfen des wie entfesselt agierenden Top-Jockeys Bauyrzhan Murzabayev. Genau richtig stand das Ziel für den nun beim 18. Start zum sechsten Mal siegreichen Bolte-Vertreter. Hout Bay hätte wenig weiter wohl gewonnen, kam aber noch knapp an Alinaro vorbei, der in einem elektrisierenden Finale ebenfalls nur knapp zurück Dritter wurde vor Santiano. Abgemeldet worden war wegen einer leichten Verletzung, so berichte es Rennkommentator Gunther Barth, der Vorausfavorit Mockingjay, mit dem es aber möglicherweise am Tag der Deutschen Einheit hier ein Wiedersehen geben wird.

Immer wieder Grewe

Begonnen hatte der Nachmittag mit einem weiteren Zweijährigen-Treffer für den Kölner Trainer Henk Grewe. Der klar auf Championatskurs segelnde Kölner Coach triumphierte in dieser 1.400 Meter-Prüfung auf der Geraden Bahn mit dem erstmals aufgebotenen Charm Spirit-Sohn Stormy Night (2,8:1). Nach einem starken Endkampf von Lukas Delozier raufte er sich ganz knapp gegen Soul Train nach Hause. Sweet Destiny eroberte spät noch Rang drei. Das BBAG Auktionsrennen am 1. November in München könnte ein Fernziel für den vom Gestüt Ohlerweiherhof gezogenen Hengst des Stalles WK sein.

Das richtige Gespür hatten die Wetter in einem 2.400 Meter-Ausgleich IV: Denn die von Uwe Stech vor Ort trainierte Stute Little Love hatten sie auf eine Quote von 2,6:1 heruntergewettet, und die Favoritin dominierte mit Marco Casamento früh vor Königsperle und Conistone.

Sträflich unterschätzt hatten die Wetter Maxanto in einem 1.800 Meter-Rennen: Der von Jutta Pohl vor Ort vorbereitete Wallach wusste bei seinem vorletzten Auftritt in Bad Doberan bereits zu gefallen, doch nun trumpfte er zu einer Quote von 16,1:1 mit Filip Minarik gegen die favorisierten Waldana und Vendetta richtig auf.

Murzabayev beschert Zampano den Hattrick

Bauyrzhan Murzabayev in Glanzform: Von der großen Jockeyship des gebürtigen Kasachen und Spitzenreiters der aktuellen Statistik konnten sich die Besucher in der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 1.600 m) überzeugen. Denn bei seinem 85. Saisontreffer schaffte er das Kunststück, den von Roland Dzubasz für den German Racing Club aufgebotenen Zampano als 3,5:1-Favorit zum dritten Treffer in Serie zu führen. Und das trotz der ungünstigen Startbox 13 an der Außenseite und eines schwachen Starts.

Doch von vorletzter Stelle fand Murzabayev auf dem Wallach ganz innen die entscheidende Lücke und stieß gegen Trespassed, den polnischen Gast Baahy und den Riesenaußenseiter Sha Gino noch nach vorne. Die Viererwette bezahlte 6.667:1 Euro.

Heißer Favorit muss kämpfen

Logisch war der neuerliche Hoppegartener Erfolg des hochklassigen Schimmels Fort Good Hope (1,3:1) in einem 1.800 Meter-Rennen, doch musste Martin Seidl auf dem von Stefan Richter in Dresden trainierten heißen Favoriten schon einiges tun, um die Außenseiter Amarone und Torqueville, der lange die Spitze verteidigt hatte, noch zu passieren.

Das nennt man, rechtzeitig den entscheidenden Satz gemacht: Im 2.000 Meter-Ausgleich III riss Jozef Bojko auf Daniel Paulicks Invincible Really (11,1:1) vorne früh aus und bewahrte dem mächtig gesteigerten Wallach einen sicheren Vorteil auf Suarez und Adaris.

Filip Minarik machte im abschließenden 1.800 Meter-Handicap einen Doppelsieg perfekt und sorgte für kollektiven Jubel beim Galopp Club Bremen: Denn er rettete auf der von Pavel Vovcenko entsandten Lovely Dream (8,5:1) einen hauchdünnen Vorsprung vor dem Riesenaußenseiter So Super sowie Tamsin.