Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Ladykiller zermürbt die Konkurrenz im Silbernen Pferd in Berlin-Hoppegarten

Deutschland hat einen neuen Langstrecken-Star

Berlin-Hoppegarten 13. Oktober 2019

Deutschland hat einen neuen Langstrecken-Star: Der von Andreas Wöhler in Spexard bei Gütersloh für den Rennstall Gestüt Hachtsee trainierte Dreijährige Ladykiller (3,7:1-Mitfavorit) imponierte beim großen Saisonfinale am Sonntag auf der Galopprennbahn in Berlin-Hoppegarten mit einer großen kämpferischen Leistung. Im Traditionsrennen um das Silberne Pferd (Gruppe III, 55.000 m), dem letzten „Berlin-Marathon“ 2019 über weite 3.000 Meter, gab der aus der Zucht des Gestüts Karlshof stammende und vor zwei Jahren bei der BBAG-Auktion für 33.000 Euro verkaufte Kamsin-Sohn mit dem aktuell führenden Jockey Bauyrzhan Murzabayev vom Start bis ins Ziel die Spitze nie ab.

Sofort hatte der gebürtige Kasache auf Ladykiller im kleinen Sechserfeld die Initiative ergriffen vor Amarone, Nacida, der Favoritin Lillian Russell, Enjoy The Moon und dem mit etwas Abstand folgenden Moonshiner. Auf der Zielgeraden kamen die Angriffe auf Ladykiller bald, vor allem durch die gefährlich nachsetzende Nacida und Lillian Russell, doch mit immer neuen Energie-Reserven schüttelte Ladykiller, der einst als Derby-Hoffnung galt, aber hier erst seinen dritten Saisonstart absolvierte, die Konkurrenten sicher mit anderthalb Längen Vorsprung ab.

Beim erst fünften Auftritt seiner Laufbahn siegte Ladykiller zum dritten Mal und ließ sich auch durch die weite Distanz nicht schrecken. Auf die weitere Laufbahn des Hoffnungsträgers darf man sicherlich sehr gespannt sein.

„Ein reiner Galoppierer“

Siegtrainer Andreas Wöhler in einem ersten Statement: „Ladykiller konnte sich vorne das Tempo schön einteilen. Er legte immer wieder entscheidend zu, wird langsam erwachsen und auch körperlich reifer. Der Hengst ist ein reiner Galoppierer, daher war die Taktik von der Spitze aus sinnvoll. Auf einen Start im St. Leger hatten wir wegen einer leichten Verletzung am Fesselkopf verzichten müssen. Wir warten nun erst einmal ab, wie er das Rennen verkraftet, dann entscheiden wir, wie es weitergeht.“

Nacida läuft als Zweite sehr stark

Nacida, die als große Außenseiterin angetreten war, setzte bis zum Ziel kräftig nach, schien auch kurz gewinnen zu können und lief als Zweite ein tolles Rennen. Die favorisierte Lillian Russell, im Besitz von Dubai-Herrscher Scheich Mohammed, ließ den letzten Tick vermissen und rettete gerade noch Platz drei gegen Enjoy The Moon, der im Schlussbogen in Nöten schien, sich aber noch einmal stark aufrappelte. Der Vorjahreszweite Moonshiner kam nie von hinten weg und blieb als Fünfter nur vor der überforderten Amarone.

Siegquote 42,4:1 für Agama & Engels-Doppel

Über vier Jahre zurück lag der letzte Erfolg der schon neunjährigen Stute Agama. Doch unter Amateur-Championesse Lilli-Marie Engels, die kürzlich ins Profi-Lager gewechselt war, erinnerte sich die von Frank Kurz in Magdeburg vorbereitete Sholokhov-Tochter im einleitenden 1.400 Meter-Handicap auf der Geraden Bahn an bessere Tage und löste sich locker von Parion und Goldie Doll. Die Siegquote fiel mit 42,4:1 Euro sehr üppig aus. „Sie hatte im Sommer pausiert und zuletzt einen Aufbaustart bekommen, heute war der Boden bestens für sie“, berichtete Frank Kurz über die Sensationssiegerin.

Und Lilli-Marie Engels hatte einen Glanztag erwischt, denn in der Wettchance des Tages (Ausgleich III, 2.000 m) fing sie mit dem von ihrer Mutter Katja aus Sassenberg engagierten Familienpferd Nadito (4,8:1) genau auf der Ziellinie noch den Riesenaußenseiter Palace King, sowie Enyama und Vialina ab. Die Viererwette bezahlte 1.818,3:1 Euro.

Auch eine Pause seit Mai konnte Java Moon kaum stoppen – der von Henk Grewe in Köln für Manfred Schmelzer trainierte Sea The Moon-Sohn ließ sich in einem 1.800 Meter-Rennen nicht aufhalten. Als 2,9:1-Favorit dominierte er mit Bauyrzhan Murzabayev früh vor Floris Van Lips und Louna Amica.

Zampano liebt Hoppegarten – das ist die Schlagzeile nach dem 1.600 Meter-Ausgleich III: Der von Roland Dzubasz vor Ort für den German Racing Club trainierte Wallach (2,6:1-Favorit) feierte bereits seinen vierten Saisontreffer auf diesem Kurs. Auch hier saß Bauyrzhan Murzabayev am Ende auf einem souveränen Pferd, das mit dem Außenseiter Sha Gino sowie dem lange führenden Trespassed keine Schwierigkeiten hatte.

Erstaunlich viel bezahlte der Totalisator auf Daniel Paulicks Malinga (12,3:1) in einem Ausgleich IV über 2.200 Meter, denn die vierjährige Stute hatte schon einige gute Ansätze geliefert. Jozef Bojko servierte der Außenseiterin an der Innenseite ein optimales Rennen und setzte sich mit ihr rechtzeitig von Igneo und Vendetta ab.

Jubel beim Kaffeekönig

Auch Kaffeekönig Albert Darboven durfte jubeln – er sicherte sich mit dem von Andreas Wöhler aufgebotenen Pour le Coeur (7,5:1) den Ausgleich II über 2.200 Meter. Überzeugend machte sich der Hengst von der noch zügig aufkommenden Princess Zoe und dem Außenseiter Oscar frei.

Auch Trainer Henk Grewe schaffte einen Doppeltreffer, denn nach Java Moon zeichnete sich noch Ida Alata im abschließenden Ausgleich II über weite 2.800 Meter aus. Carlos Henrique nahm die Sache auf der 3:1-Favoritin am Ende aber fast etwas zu leicht, denn so erzwang die heranbrausende Guardian Witch noch das Zielfoto, konnte den dritten Saisonsieg der Adlerflug-Tochter aber nicht mehr verhindern. The Tiger folgte als Dritter schon mit Abstand.