Login
Trainerservice
Schliessen
Login

Fox Champion siegt, Gäste im Mehl-Mülhens-Rennen auf Platz 1 bis 7

Totaler ausländischer Triumph im Köln-Klassiker

Köln 19. Mai 2019

Totaler Triumph der Gäste im ersten Klassiker der deutschen Galopp-Saison 2019 auf der Galopprennbahn in Köln: Im sensationell besetzten 34. Mehl-Mülhens-Rennen – German 2.000 Guineas (Gruppe II, 153.000 Euro, 1.600 m) belegten die aus England und Irland angereisten Pferde die Plätze eins bis sieben im elfköpfigen Feld. Der von Star-Trainer Richard Hannon für King Power Racing aus England aufgebotene dreijährige Hengst Fox Champion triumphierte mit Jockey-Shooting Star Oisin Murphy (23) vor 10.000 Zuschauern vor Arctic Sound und Great Scot.

Es war ein Meisterritt von Murphy, der den enorm gesteigerten Fox Champion (5,4:1-Mitfavorit) als knappen Start-Ziel-Sieger zum vierten Erfolg hintereinander beim fünften Start führte. An der Spitze entlockte er dem Kodiac-Sohn immer wieder neue und letztlich entscheidende Reserven in einem enorm spannenden Endkampf, der das Publikum von den Sitzen riss. Nur zwei Halslängen trennten die drei Erstplatzierten.

Zweiter Guineas-Sieg für Oisin Murphy

„Ich wollte eigentlich erst Turnierreiter werden, habe mich dann mit 14 aber doch für den Jockey-Beruf entschieden“, erzählte Oisin Murphy nach dem großen Sieg in der Domstadt. „Die 2.000 Guineas hier habe ich schon 2015 mit Karpino gewonnen. Fox Champion ist ein enorm verbessertes Pferd. Er war reif für einen klassischen Sieg. Er hat vorne stets wieder beschleunigen können.

Arctic Sound lief als Zweiter noch dicht an ihn heran, was auch für den Favoriten Great Scot gilt, der als Dritter noch mächtig auf Touren kam, aber laut Jockey Richard Kingscote „leider sehr stark behindert wurde und lange keinen Platz hatte“, vor Marie’s Diamond, der als Vierter die sehr gute Ausbeute von Trainer Mark Johnston (Zweiter und Vierter) komplettierte. „Ich bin mit Arctic Sound und Marie’s Diamond sehr happy. Leider war das Rennen nicht so schnell, sondern eher ein Sprint, mehr Tempo wäre besser gewesen“, so der Coach.

Global Spectrum war auf Rang fünf ebenso gut dabei wie der Ire Wargrave auf Platz sechs, der sich nicht so recht steigern konnte. Pogo spielte als Siebter keine große Rolle. Erst dahinter folgte das deutsche Trio Sibelius, Revelstoke, der schon als Letzter vom Start gekommen war, und Noble Moon auf Rang acht bis zehn vor der abgeschlagenen Französin Lady Te. Noble Moons Jockey Andrasch Starke sagte: „Er kam nicht entscheidend weiter.“

Verlockende Aufgabe für Colomano

Einer verlockende Aufgabe fand der in besten Gruppe-Rennen erprobte Colomano für den Stall Reckendorf in einem Listenrennen (25.000 Euro, 2.200 m) vor. Der von Markus Klug in Köln-Heumar trainierte Fünfjährige hatte es lange nicht mehr so leicht angetroffen und landete nach der Abmeldung von Devastar als 1,8:1-Favorit auch seinen allseits erwarteten Erfolg, der gegen den bestens standhaltenden Ungarn Esti Fany aber knapper war als gedacht.

Von vierter Stelle packte Colomano mit Adrie de Vries immer besser an, als er auf freier Bahn war, war seine große Klasse ausschlaggebend für den sicheren Sieg. Markus Klug, der wie Adrie de Vries seinen dritten Tagestreffer feierte, sagte: „Wir wollten ihm ein leichteres Rennen geben und haben daher diese Prüfung dem Großen Preis der Badischen Wirtschaft vorgezogen. Es war zu wenig Tempo und er musste kurz die Spur wechseln. Nun steuern wir den Großen Hansa-Preis in Hamburg an.“

Esti Fany konnte kaum besser laufen, blieb vor dem an der Spitze nie nachlassenden All for Arthur und Enjoy Vijay, der nicht entscheidend zu steigern war. Matchwinner passierte vom letzten Platz nur noch Brisanto, der nach der Pause noch rückständig wirkte.

Panama Papers mit dem ersten Sieg

Nach vielen Platzierungen in der letzten Zeit gab es wieder einen Dreijährigen-Sieger für Champion Markus Klug, wobei Horst Pidwills Panama Papers (4,6:1) unter Adrie de Vries mit großen Reserven aufwartete und Royal Lion noch sicher abfing, während der Favorit Say Good Buy Platz drei bald sicher hatte. Klug erklärte: „Ich hatte gar nicht unbedingt mit dem Sieg gerechjnet, aber seine Zweijährigen-Formen waren ja ordentlich. Er war über Winter nicht in meinem Stall, sondern im Adelsresort in Kevelar, kam Ende Februar zurück. Panama Papers hat eine Derby-Nennung, aber wir werden sehen, wo es weitergeht.“

Klug/De Vries weiter top

Und gleich eine halbe Stunde später stand erneut das Team Markus Klug/Adrie de Vries auf dem Treppchen, als die Brümmerhoferin Diamanta (2:1-Favoritin) die Konkurrenz regelrecht überrollte. „Sie war heute sehr relaxed, doch als sie gefordert wurde, packte sie riesig an. Die Diana ist ein Fernziel, vielleicht steuern wir vorher ein Listenrennen an“, meinte Klug. Naida hielt an der Spitze bestens stand vor Halima, die noch gut nachsetzte.
In meisterlicher Form agiert unverändert Jockey Bauyrzhan Murzabayev, der sich mit dem trotz einer langen Pause gleich beim ersten Start für Trainerin Petra Gehm und ihren Ehemann Peter als Besitzer erfolgreichen Außenseiter Astone Man (14,5:1) gleich überraschend in einem 1.850 Meter-Handicap durchsetzte. Tjerk, Contendit und Hope Solo komplettierten die Viererwette, die 12.612,6:1 Euro bezahlte.

Auch in einem 2.100 Meter-Ausgleich II bewies Bauyrzhan Murzabayev viel Übersicht, als er Christian Zschaches Formpferd Gepard (6.1:1) sicher gegen Aru, A Kind of Magic und Eric zum verdienten Sieg führte. Hier gab es in der Viererwette 3.477,1:1 Euro.

In einem 2.200 Meter-Ausgleich IV erfüllte die von Waldemar Hickst trainierte Favoritin Lady Maxi (2,8:1) mit Marco Casamento beim sicheren Sieg über Kasjona und Bin Manduro alle Erwartungen.

Cecilia Müller gewinnt den 1. Wertungslauf zum Nachwuchsförderpreis

Im 1. Wertungslauf zum Nachwuchsförderpreis der Mehl-Mülhens-Stiftung (Ausgleich III, 1.600 m) servierte Cecilia Müller dem ungarischen Gast Juniperus (9,7:1) ein optimales Rennen an zweiter Position hinter dem mit Vorsprung führenden Log In, um am Ende die groß aufdrehenden Dolokhov und Landkönig fernzuhalten.

100. Treffer für Lucien van der Meulen

Ein ganz besonderes Jubiläum gab es im abschließenden 2.100 Meter-Ausgleich III: Besitzertrainer-Champion Lucien van der Meulen gelang mit der fast Start-Ziel immer weiterziehenden Wolwedans (4,6:1) unter Maxim Pecheur vor Esslinger und dem Favoriten Nubius der 100. Erfolg seiner Laufbahn.